Meine Cousine wurde im letzten Jahr als Gast in ein Hospiz in Wiesbaden aufgenommen. Natürlich möchte jeder gerne bis zu seinem Lebensende zu Hause gepflegt werden – aber alle merken sofort, dass das auf Dauer – auch mit Hilfe – nicht möglich ist. Als Angehöriger hat man meistens nicht die qualifizierte Ausbildung dazu, man ist emotional viel zu sehr gebunden und über einen langen Zeitraum 24 Std. rund um die Uhr da zu sein, zehrt sehr an der eigenen Kraft, physisch und psychisch. Wie hat meine Cousine immer gesagt: Wenn ich zu Hause nachts 3 x mich melde, weil ich etwas möchte, dann kommt irgendwann jemand verschlafen in mein Zimmer um „genervt“ zu fragen, was ich will. Wenn ich das im Hospiz mache, dann geht die die Tür auf, ein munterer, strahlender Mensch fragt freundlich und hilfsbereit, wie er mir helfen kann. Das ist nich böse gemeint – das ist verständlicherweise so. Man hat ihr dort 24 Std. am Tag jeden Wunsch erfüllt, sie wurde verwöhnt, man hatte immer ein offenes Ohr für sie, keine Eile sondern viel Zeit und Ruhe. Sie durfte ihr Zimmer mit eigenen Möbeln und liebgewonnen Gegenständen dekorieren, Besuch haben, wann und wie lange sie immer wollte und man konnte auch bei ihr schlafen. Zu Hause immer ein großer Aufwand – dort selbstverständlich. Und es wäre sehr schön, wenn viele Menschen so umsorgt würden! Und dazu möchte ich beitragen. „Klara“ soll möchglichst schnell gebaut werden und dann würde ich gerne dort ehrenamtlich auch für die Gäste  da sein.

 

Übrigens: Meine Cousine hat – und das passiert tatsächlich – nach einigen Wochen das Hospiz wieder verlassen und lebt seitdem zu Hause. Zwar nicht geheilt – aber es geht ihr dem Umständen entsprechend gut und sie kann das Leben genießen.